Schöne Kirchen
Nicht nur die Geschichte der konfessionellen Entwicklung in Siegen ist interessant. Im Laufe der Zeit errichteten die Konfessionen auch sehenswerte sakrale Kirchengebäude.
Zu diesen Gebäuden in Siegen gehört die aus dem 10/11. Jahrhundert stammende Martinikirche am unteren Schloss. Ein Mosaik im Fußboden im Nordschiff der Kirche lässt sich jedenfalls bis ins 10. Jahrhundert zurück verfolgen. Archäologische Entdeckungen lassen aber darauf schließen, dass wahrscheinlich an gleicher Stelle, auf dem Sporn des Siegberges, ein ähnlicher Bau aus fränkischer Zeit gestanden haben könnte. Nach einem Umbau in den Jahren 1512-1517 hat die Martinikirche ihre jetzige Form und Gestaltung erhalten.
Die Nikolai-Kirche steht an der Löhrstraße; es handelt sich um eine evangelische Kirche, die bereits seit Zeiten der Reformation Haupt-Pfarrkirche der Stadt Siegen ist. Die Kirche liegt auf dem Siegberg und trägt das Wahrzeichen der Stadt, ein goldenes Krönchen. Architektonisch ist sie eine Besonderheit, sie weist u. a. ein romanisches Hallenhexagon auf, was im nördlichen Gebiet einmalig ist. Im Kirchengebäude war lange Zeit - bis etwa 1817- eine Lateinschule eingerichtet. Aus dieser Schule entstand in der neueren Zeit das Gymnasium „Am Löhrtor“.
Eine weitere sehenswerte historische Kirche ist die von Jesuiten in den Jahren 1702 bis 1729 erbaute katholische Marienkirche. Die Kirche stammt aus der Barockzeit und ist das einzige sakrale Bauwerk dieser Epoche in Siegen. Als die Klosterkirche St. Johannis im Zuge des Großbrandes von Siegen im Jahr 1695 abbrannte, wurden sogar Überreste von Angehörigen des Hauses Nassau hierher umgebettet.
Andere Sehenswürdigkeiten
Neben den Sehenswürdigkeiten aus historischer Zeit verfügt Siegen auch über etliche andere interessante Sehenswürdigkeiten.
Eines davon ist der Gasometer am Fuß des Ziegenbergs. Feststellungen zufolge ist er einer der ältesten noch erhaltenen kugelförmigen Gasbehälter. Eine weitere Besonderheit ist seine genietete Hülle. Weltweit soll es nur noch drei baugleiche Gasbehälter geben. Selbstverständlich steht der Gasbehälter daher inzwischen unter Denkmalschutz. Im Zuge der Bauarbeiten zur neuen Stadtautobahn Hüttentalstraße und im Bereich Ziegenberg wurde der Standort des Gasometers um einige Meter verändert. Inzwischen ist der Behälter als Sonne in einem interessanten maßstabsgetreuen Planetenmodell an dieser Stelle integriert.
Die über lebensgroßen Standbilder“ Hüttenmann und Bergmann“ stehen am Brückenkopf der Siegbrücke. Sie wurden von Prof. Friedrich Reusch, in Siegen geboren, als Symbole für die lange Tradition der Stadt im Erzbergbau anlässlich einer Industrieausstellung im Jahr 1902 geschaffen. Der Volksmund gab den Standbildern den Spitznamen „Henner“ und „Frieder“.
Im Park des oberen Schlosses befindet sich der Rubensbrunnen. Nachdem ein niederländischer Archivar einen jahrelangen Streit der Städte Antwerpen, Köln und Siegen um den Titel „Geburtsstadt von Peter Paul Rubens“ beendete, als er feststellte, dass dieser am 28.Juni 1577 in Siegen geboren wurde, errichtete ein Siegener Künstler, Hermann Kuhmichel diesen Brunnen als Sinnbild für diese Streitigkeiten.